Archiv für Oktober 2010

31
Okt
10

Das Tübinger Wort zum Sonntag

Katerstimmung bei Käßmann, allerheiliges Reifen-Feeling bei Begovic

Frau Margot trinkt wieder über den Durst. Die Käßmännin findet (in spiegel oinkline) religiöse Themen in den Medien unterrepräsentiert. "Es ist eine Verachtung der Realität, dass in den Medien solche Themen so wenig vorkommen. Ich finde diesen Traditionsverlust wirklich traurig", sagt die zurückgetretene Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzende. "50 Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglieder einer Kirche. Fünf Millionen gehen regelmäßig am Sonntag in einen Gottesdienst, nur 700.000 besuchen am Wochenende ein Fußballstadion. Über Fußball aber wird ständig berichtet." Zuviel Torschüsse, zuwenig käßmännliche Gotteslehre! Da bietet auch die spannendste und ausgiebigste Missbrauchsberichterstattung keinen rechten Ersatz.

Immerhin, die Tübinger Lokalzeitung bietet tapfer dem Zeitgeist des Traditionsverlusts die Stirne, öffnet die Spalten dem „Wort zum Sonntag“, wo Mitarbeiter aus dem evangelischen Kirchenbezirk und dem katholischen Dekanat im wöchentlichen Wechsel schreiben dürfen. Wobei solche Bevölkerungsgruppen wie der gottlos fröhliche Stammtisch Unser Huhn, der sich doch auch als Seelsorgeeinheit versteht, nicht zum Worte zugelassen sind.

Geschrieben hat das „Wort zum Sonntag“ für den 30. Oktober Herr Thomas Begovic, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Echaz-Härten. Er beginnt mit einem Paukenschlag: „In diesen Tagen denken viele von uns an ihre Autoreifen.“Denn: der Winter naht. Er darf uns nicht überraschen, der Hinterhältige. Begowicht weiß: „Die Autofahrer wissen es – das Profil muss gut sein und die vorgeschriebene Stärke haben.“ Weil „je tiefer das Profil,, desto besser ist die Haftung bei schlechtem Wetter.“ Und was schließt Begowitz daraus: „Am 1, November feiert die katholische Kirche das Fest Allerheiligen.“ Und? „Heilige sind Menschen mit Profil.“
Warum? Sie ließen sich von Jesus Christus prägen, „sein Profil hat sie zuerst fasziniert.“ Jawohl, „in der Bergpredigt (Mt 5 = erforderliches Profil) erhalten sie von ihm die Vorgaben über ihre Grundbeschaffenheit und den Geist (Pneuma), der sie erfüllen soll.“ Jedenfalls, schließt Begowind ab: „Es lohnt sich, dem Größeren in unserem Leben auf der Spur zu bleiben.“
Autohaus Benedikt!
Am besten ist der Reifen eines Monstertrucks!

Herr Begowurst, unsere Anerkennung!
Jesus Christus auf Pneus unterwegs!
Heilige mit Winterreifenprofil!
Das ist echt abgefahren!
Auch die heilige Dreifaltigkeit von Goodyear, Dunlop, Michelin stößt einen tiefen Befriedigungsseufzer aus dem Ventil!

Aber wenn du,
sagt der Stammtisch Unser Huhn,
wenn du ein Winterreifen bist,
so rolle weit weit weg,
soweit die Füße tragen,
sonst nimmt Dich ein Begowicht,
so ein katholischer,
und zieht Dich auf,
spannt dich unter seine Kutsche
und fährt mit dir
den ew'gen Autobahnen zu.

Und, Reifen, was machst du,
wenn du kein Profil mehr hast?
Oder gar kein Reifen bist?
So wird wohl nie
ein Heiliger aus Dir!!!!


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30
Okt
10

CDU-Generalsekretär Strobl hat nicht die Goebbels-Schule durchlaufen

Van Essen ist nicht einheitlich braunstichig gekleidet

Bei der Debatte um die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke am 28. Oktober 2010 hat sich die Grünen-Fraktion in schicke schwarze Schalen geworfen. Am Revers ein gelbes X. Das „Trauer-Outfit der Grünen“ (spiegel oinkline) veranlasste den FDP-Mann Jörg van Essen, guter Tuchträger wie alle seinesgleichen, zu der Bemerkung: "Es hat keinem Parlament in der Geschichte gutgetan, wenn eine Fraktion einheitlich gekleidet ist."

Einen Tag darauf wird gemeldet, dass CDU-Generalsekretär Thomas Strobl dem Stuttgarter S21-Schauspieler Walter Sittler, ein "mangelndes Demokratieverständnis" vorgeworfen hat, denn dessen „Vater war Nazi-Funktionär und arbeitete für Reichspropagandaminister Joseph Goebbels."

Aaah, was für ein braunstichiger Pfuhl!

Dabei trug Essen am oberen Ende
kein Ritterkreuz wie Mende
und war nicht vom Judenverbringungsfach
wie etwa Ernst Achenbach.

Dem Strobl aber merkt man an,
dass er net durch die Goebbels-Schul'
gegangen sein kann.
Solch einen Niederdummen
hätte der nicht genummen.

29
Okt
10

BuWimi Rainer Brüderle hat Leibesöffnung

Stammtisch Unser Windhuhn frägt "den Wind, von wannen er kommt und wohin er fährt" (Christoph Sigwart)

Nach der Windlehre des Stammtischs Unser Windhuhn gehen vom Menschen drei Winde aus: der Rülpser vom Vordermunde, der Pupser vom Hintermunde und der Nieser von der Nase.

Aber was hat es mit dem Bundeswirtschaftsminister auf sich?

Brüderle, das haben wir am Stammtisch schon immer gesagt, ist ein schlaffer Darm, aus dem ein dauerhafter Flatus ventris entströmt, seit er in die FDP eintrat. Gestern hat dieser in der Bundestagsfernsehdebatte um die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke herausgewürgnuschelt: „Die Opposition macht sehr viel Wind, aber davon dreht sich in Deutschland noch kein Windrad.“

Brüderle „geriert“ (Pfarrer Fliege) sich damit mindestens so originell, wie jene Redner, die davon sprechen, irgend jemand sei als Tiger losgesprungen und als Bettvorleger gelandet, um dann, triumphierenden Blicks, den Beifall ihrer Fraktionskollegen abzurufen.

Es ist aber doch die Frage, wie es überhaupt soweit kommen konnte, dass solch ein Geschöpf über den Wind reden darf. Wer ließ das zu?

Ausgerechnet über den Wind! Was versteht denn ein solcher Sack vom Wind? Weiß er, dass der Wind Füße haben kann, Zug und Atem, befreienden Hohn, der alles gesund macht, indem er alles laufen macht? Nein, weiß er nicht!
Alle zweiunddreißig Winde sind Freunde des Stammtischs! Einer nennt sich „des Teufels rechter Fuhrwagen“. Soll der sich erheben, das verderbte BuWimini-Männchen am Schlafittchen fassen und mitnehmen, weit, weit! Möge ihn das Meer verschlingen, die Orgel der zankenden Winde!

Und nun, oh Wandrer, zieh dich weiter,
denn Verwesung stimmt nicht heiter.

29
Okt
10

Berlin-Korrespondent und Spitzes Knie bei Josepha

Im Eisenbahnerstübchen

GEISSLER heiner, General der 5.KOLONNE DER SCHWARZEN EINPEITSCHER, war unter die steinige und wurzelige Tiergarten-Erde gebracht. Wir beschlossen, zum Abschluss des Tages, in angemessener Form seine Haut zu versaufen, die freilich samt Inhalt der ehrlichen Arbeit der Würmer übergeben war.

Morgen sollte auch noch ein Tag sein.

Da würde das SPITZE KNIE mit seinen Freunden aus Stuttgart im Regierungsviertel gegen Stuttgart21 demonstrieren. Danach Abreise am Hauptbahnhof.

Es trat jetzt die Stunde ein, zu der JOSEPHA die Bar des EISENBAHNERSTÜBCHENS betreut.

JOSEPHA war früher JOSEPH. JOSEPH ist einst Bezirksmeister im Bodybuilding gewesen. Er ließ sich zu JOSEPHA umbauen. Der große TERMINATOR selbst, käme er nach Berlin, wäre kalifornisch überwältigt, nicht nur von den Bizepsen, sondern auch von den Reizen JOSEPHAS.
Manchmal, zu vorgeschrittener Stunde und wenn die Stimmung im Raum so dicht war, so BEINANBEINBEINANKNIEKNIEANBEIN war, zog sie eine Schublade auf, darin ein Keyboard untergebracht war.

Darauf spielte sie und sang dazu eines der Lieder, wie sie nur in den großen Bars zwischen Berlin und NY gespielt und gesungen werden. Und die Stimmung in der BARDERENNAMENSICHNIENIEMANDMERKENKANN, wie das EISENBAHNERSTÜBCHEN in Wahrheit heißt, war an diesem Abend besonders gut&dicht. Als ich und das SPITZE KNIE hier ankamen und KNIEANKNIEBEINANKNIEKNIEANBEIN an der Bar standen, die früher einmal als Kohlentender einer Dampflokomotive diente, sang JOSEPHA dieses alte Chanson, das viele von uns fast schon vergessen haben:

http://www.youtube.com/watch?v=s5eUFVA2Bwc&feature=youtube_gdata_player


28
Okt
10

Eilmeldung: Der Dalai Lama kommt nicht nach Tübingen

Colin Goldner aber schon

Der Physiker und Metereologe Heinrich Wilhelm Dove (1803-1879), Entdecker des Gesetzes der Drehung der Winde, polemisierte mit Schärfe gegen die Farbenlehre Goethes und, „obwohl oder gerade weil“ (Steffen Seibert) er bei dem Stuttgarter studiert hatte, wider deren „täppische Vertheidigung von Seiten Hegels und der Seinen.“
Na gut, jeder darf die Farbenlehre Goethes angreifen, „dies ist ein freies Land“, wie die Gesamtgrafschaft Lambsdorff nicht müd' wird zu betonen. Aber H.W.Dove hat auch gesagt: „Warum soll es Tischrücken nicht geben? Der Klügere gibt nach!“

Von Dove kommt der Stammtisch Unser Huhn also auf den Okkultismuskritiker und Psychologen Colin Goldner zu sprechen, Autor des Buches “Dalai Lama. Fall eines Gottkönigs” (Alibri Verlag, Aschaffenburg 2005).

Am Mittwoch, den 1.12. 2010, taucht Goldner, ab 20 Uhr, in der Hausbar in der Schellingstraße Nummer 6 auf. Auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung,

Um allerdings nicht den Schleier des Okkultismus zu lüpfen, sondern den Dalai Lama unterm Röckchen zu bekucken. In der Ankündigung seines Vortrages über den „kleinen Kackarsch“ (Benjamin Kammerloher) lautet es:

Der Dalai Lama genießt weltweit hohes Ansehen, wird (wie auch der von ihm vertretene Buddhismus) mit Gewaltfreiheit, Tierliebe, ökologischem Bewußtsein und auf unendlicher Gelassenheit gründender tieferer Erkenntnis in Verbindung gebracht.

Colin Goldner wirft einen Blick hinter diese Fassade. Er zeichnet das Leben des 14. Dalai Lama seit dessen Geburt (1935) und “Entdeckung” nach. Chronologisch stellt der Autor die verschiedenen Stationen des geistlichen und politischen Führers der Tibeter dar: seine Erziehung im Kloster, die Zeit nach dem Einmarsch der Chinesen (1949), die Flucht nach Indien (1959), wo noch heute die exiltibetische Regierung ihren Sitz hat (Dharamsala), sein Aufstieg zum Medienstar und zur Kultfigur der Esoterikszene. In einer Reihe von “Exkursen” werden darüber hinaus Hintergrundinformationen geboten zu bestimmten Aspekten der buddhistischen Lehre, der tibetischen Geschichte oder der Biographie des Dalai Lama.
Und so weiter.
Der Stammtisch Unser Huhn wird an dem Abend seinen Tisch dorthin verrücken.


27
Okt
10

Gott am Strammtisch Unser Huhn

Kurzprotokoll von der Dienstagssitzung

Wir stellten zunächst fest:
a) Die Farben sind nicht so
wie sie sind.
b) Das Zwiebeln der Häute
kann angenehmer sein
als das Häuten der Zwiebel.
c) In Borneo besaß der Sultan einst
eine sprechende Vase, die in der Nacht,
bevor seine Frau starb, jämmerlich geheult hat.

Wir schauten sodann voraus auf den Tauchgang, den der Turmbewohner
Hölderlin auf dem Grund des Neckarflusses unternimmt,
wenn es wieder 1810 sein wird, in einer zeitlichen Exklave
des Bücherfest-Jahres 2011.
Wir kamen plötzlich auf Kriminalrat Mehlig zu sprechen,
eine Hauptfigur in Haschmis Kriminalromanen,
Hans Schmid selbst, Autor hunderter Bücher, war ein Mann, der sich
in unserer Gegenwart als Kulturmaulwurf bezeichnete.
Maulwürfe leben unter der Erde, da, wo
auch die Kartoffeln sind.
Die Bauern in der Gegend
nordöstlich von Xi'an in Zentralchina
wussten immer um die Existenz der Terrakotta-Armee,
die “das Land von unten bewacht”.
Schon waren wir bei Gott selbo, welcher
von manchen “der Allmächtige” genannt wird.
Aber sollte er nicht doch besser
“der Allmähliche” heißen?
Oder nein, natürlich, besser noch
“der Allmehlige”!
Letzteres vor allem, wenn er
eine ungeheuer dicke Kartoffel sein sollte.
Übrigens hat
Friedrich Schröder-Sonnenstern,
der alte Pferdearschbetrachter, gemeint,
es gäbe solange keine Weltwunder,
„solange man einer angefaulten Kartoffel
die faulen Stellen
nicht in gesunde
verwandeln kann.“
Die endgültige Klärung, ob dieses zutrifft,
hoben wir uns auf,
nach der Ingenussnahme einiger Birnenschnäpse,
für das nächste Stammtisch-Mal.


26
Okt
10

Kardinal Marx

Stammtisch Unser Huhn nicht mal Bischof

Warum wird ein Mann wie Bischof Marx von München Kardinal? Weil er so etwas aussprechen kann: „Wie kann man deutlich machen, dass das, was die Kirche zur Sexualität sagt, grundsätzlich eine positive Aussage ist? Natürlich ist die Sexualität wie alle anderen Handlungen des Menschen, wo es um intime Nähe geht, auch gefährdet durch Machtmissbrauch und durch Ausnutzung des Anderen, durch Egoismus. Aber Sexualität ist eine positive Lebenskraft, die uns von Gott geschenkt ist. Das ist die Lehre der Kirche. Aber Sexualität braucht eine Ordnung, wenn sie nicht aus dem Ruder gehen soll. Die Sexualmoral der Kirche halte ich nicht für ein Problem. Wie sie verkündet oder wie sie dargestellt wurde, vielleicht schon. Warum gelingt es uns nicht, die kirchliche Sexuallehre als eine positive Herausforderung zu sehen, nicht als eine reine Verbotsmoral?“
Ja, genau, so etwas würde der Stammtisch Unser Huhn, dem sonst vor gar nix graust, niemals von sich geben. Deswegen hat Papst Benedikt XVI. uns als ein Rattennest von schmutzigen Hintergedanken durchaus mit Recht nicht zum Kardinal gemacht.