Archiv für Mai 2011

31
Mai
11

Aus dem Lyrik-Treteimer des Stammtischs Unser Huhn

Aus der Welt des Glaubens: Der Herr im Bett

Die heilige Elisabeth soll,
so wird erzählt, einen kranken Mann
in ihr Bett gelegt haben.
Vermutlich, um ihn zu wärmen.
Aber wer weiß?

Jedenfalls:
Ihr Gemahl kommt überraschend heim.
Und was tut er als erstes?
Er hebt die Bettdecke auf.

Oh weh! Deckt das Bett der Heiligen auf.
Geht die Geschichte gut aus?

Doch. Der gute Christ kann weiterlesen,
ohne vor der letzten Zeile
aufhören zu müssen.

Denn der Gemahl zieht sie ab
mit einem Ruck, die Decke
und erblickt – na wen wohl? –
genau… den lieben Herrn Jesus.
Gesund und munter. Ein Stehaufmännchen.
Hihi.

Was hat er gesagt, der Herr Gemahl?
“Kreuzdonnerwetter!“ oder „Kruzifixnochamal!“
oder was? Wir wissen es nicht.

Aber warum schreiben wir
die Heiligenlegende auf?
Weil
wir uns, liebeskrank, wie wir
von Geburt an sind, nun auch

ins Bett legen wollen.

Mal sehn, was sich Wunderliches
vollzieht.

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30
Mai
11

Tübinger Bund des Gleichens

Heute: Peter Alexander, Oswald Metzger und der Stammtisch Unser Huhn

Der Popstar Peter Alexander setzte auf ein einziges Rezept: „Das Nette zu sehen, das in allen Menschen steckt.“ Aber was, „beim Gebiss Gottes“, gibt es Nettes an oder in dem Geschöpf Oswald Metzger, das wir gestern kurz im Fernsehgerät, „bei Anne Will“, betrachtet haben? Und wie soll oder darf man es nennen? Größtes Arschloch Oberschwabens? Traurige Folge einer unterlassenen Fruchtabtreibung? Initiative-Soziale-Marktwirtschaft-Depp? Meisenknödel? Trottel! Wie auch immer, wir wissen es nicht….


29
Mai
11

Prof. Ratzinger, der künftige Papst, pupst

Küng fällt dagegen nichts ein

Am Samstag beim Bücherfest führte der Stammtisch bei seiner Stadtführung auf der Platanenallee etliche Menschen zu der Stelle
, an der Joseph Professor Ratzinger am 5. Mai 1968 nach dem Verzehr von zwei Stück Aprikosenkuchen mit Pudding und ebenso vielen Tassen Kaffee mit viel Zucker in der Parkgaststätte kurz innehielt, scheu um sich schaute, um dann durchaus heiteren Geistes mit den Worten: Fahre wohl und komm nicht wieder! einen nicht undeftigen Leibeswind streichen zu lassen. Aber bitte, falls dieses jemand lesen: es bleibt unter uns. Das Bekanntwerden dieser lustvollen körperlichen Äußerung könnte eventuell den Heiligsprechungsprozess verzögern, den der Stammtisch Unser Huhn im Vatikan beantragt hat.

Unweit dieser Stelle, nur einen halben Meter etwa, stand dagegen Prof. Mult. Hans B. Küng einmal wie vom Schlage gerührt, weil ihm momentan kein neues Buch einfallen wollte. Tübingen wurde dennoch durch ihn die Stadt mit der höchsten Weltethosaußenhandelsbilanzrate.

Der Stammtisch hat ein Buch geschrieben, Goethe von hinten”,
jetzt arbeitet er an einem Werk mit dem Titel: “Küng von oben”.
So sieht das aus.

 

28
Mai
11

Tübinger Bücherfest

Stammtisch Unser Huhn auf der Platanenallee

Der Stammtisch Unser Huhn unternimmt heute ab halb drei eine Stadtführung auf der “Flaniermeile” der Tübinger Dicht-, Sinn- und Tracht-Größen….
Viel Glück…..


27
Mai
11

Hermann Hesse, Siegfried Unseld, Tübingen

Vom Streichenlassen

Genau zwei Prozent der mündigen Bürger draußen im Lande wissen laut einer Umfrage, daß Hermann Hesse das Gedicht „Seltsam im Nebel zu wandern“ geschrieben hat. Deshalb will Tübingen jetzt eine Hermann-Hesse-Stube einrichten, um den seltsamen Gedanken weiter zu verbreiten.
Zu den zwei Prozent, die es wissen (bzw. wussten), gehörte ganz gewiß Siegfried Unseld, der verschrobene, nein verstorbene Großverleger. Siegfried Unseld hat nämlich in Tübingen studiert, ein weiterer Beweis für die These der endgültigen Satirezeitschrift Titanic, daß praktisch alle Blötschköpfe der Neuzeit hier studiert haben.

Unseld sagte über die Stadt: „Tübingen ist für mich immer gegenwärtig, denn diese Stadt war für mich ein großes geistiges Ereignis in meinem dritten Lebensjahrzehnt.“

Unseld sagte weiter über die Stadt Tübingen:
„Tübingen und das sich für mich damit verbindende Umfeld wird mir stets eine Art geistiger Heimat bleiben.“

Und Unseld sagte noch über die Stadt Tübingen:
„Ich habe nie Tübingen besucht, ohne am Hölderlin-Turm vorbeizustreichen.“

Ein Schelm, wer da die Nase rümpft…

26
Mai
11

Forever young

Gedicht von Max aus Berlin beim Bobfest in Tübingen

Bob Dylan kenn ich schon ganz lang
Oh, sein Hut und sein Gesang
Ich bin froh,
denn ich bin ihm schon öfters begegnet
Im Traum sowieso,
da hat’s stark geregnet

Er sang ein Lied für mich
& er singt es nur für mich
Bob Dylans Gesang
ist nie zu lang
& und auch, wenn er jetzt 70 wird:
er bleibt forever young.

Ein Original-Gedicht von Max, kooptiertes Mitglied des Stammtischs, das er am 24. Mai morgens schrieb und abends im Sudhaus zu etwas Mundharmonika gemeinsam mit einem bzw. zwei Teilen des Stammtischs Unser Huhn vortrug, während dem „Bobfest“, das der Musiker Jürgen Sturm zum 70. Geburtstag von Bob Dylan organisiert hat.

Der Stammtisch nahm auch wieder einmal Gelegenheit, wie seit jeher vor dem verderblichen und verderbten Wirken der sogenannten Nachrichten-Magazine und anderer medialer Einrichtungen zu warnen:
„Glaubt dem Spiegel kein Wort!
Dem Focus natürlich schon gar nicht.
So berichtete der Spiegel am 15. August 2009 von einem Polizeieinsatz:
Bei einem Spaziergang durch Long Branch in New Jersey

rief ein Anwohnern die Polizei, weil ein merkwürdig aussehender Mann durch sein Viertel spazierte. Zwei Cops traten an, hielten Bob Dylan an (denn dieser war es), der ihnen seinen Namen nannte und sagte, er sei hier auf einer Tourstation und wolle sich die Zeit bis zum Auftritt mit Kucken vertreiben. Die Beamten kannten ihn offensichtlich nicht, fuhren mit ihm ins Hotel und ließen sich dort seine Identität bestätigen.

Der Spiegel hat darüber unter der typischen Überschrift „Verblassender Ruhm“ berichtet und geschrieben: Zumindest bei jüngeren Semestern ist der Ruhm von Bob Dylan offenbar verblasst: Zwei Polizisten erkannten die Folklegende nicht, als er durch ein Wohnviertel spazierte.

Ooh Man!

Man hätte das ja auch umgedreht melden können:
Es gibt in Amerika mindestens zwei Polizisten, die über so wenig Gehirn verfügen, dass sie Bob Dylan nicht erkennen.
Dann hätte man aber nicht den unerträglichen „verblassenden Ruhm“ unterbringen können und den restlichen Dünnpfiff.

Ein Teil des Gewittersturms aus Bockmist, der sich auch am heutigen Tag aus dem Radio, den Zeitungen und den Fernsehern ergießt.
Der Stammtisch Unser Huhn ruft:
Fallt nicht auf den Schwindel rein!“

25
Mai
11

Bob Dylan gestern und heut‘

Alter Meister mit Hut

Am 13. Dezember 1963
hat er gesagt:
Das ist keine Welt
für alte Leute.
Sie hat nichts am Hut
mit alten Leuten.

Heute*
ist –
Moment mal-
ja, Dienstag,
der 24. Mai
des Jahres 2011.

Hat sich dadurch die Lage
grundlegend geändert?

Vermutlich nicht,
aber Bob Dylan sind die Haare
nicht ausgegangen.

* Also gestern