Archiv für Juli 2011

31
Jul
11

Wird Rudolf Heß‘ Asche über Rottenburg gestreut?

Quatsch-Kopp wird von der NPD beworben

Na, es wird immer klarer. Wunsiedel hat als Wallfahrtsstätte ausgedient. Die Knöchelchen von Rudolf Heß aus dem aufgelösten Grab sind ausgebuddelt, sollen verbrannt und überm Meer ausgestreut werden. Einmal stürzt der Mann vom Himmel, dann fällt er ins Wasser. Der Stammtisch Unser Huhn schlägt stattdessen vor, den staubigen Heß-Rest nach Rottenburg zu verbringen. Und die Urne bei dem neuen Prachtbau des Kopp-Verlags aufzustellen. Dann wird Rottenburg auch in diesem Sinn zum Wallfahrtsort.
Vielleicht verflüssigt sich die Stellvertreter-Asche ja sogar jedes Jahr an Führers Geburtstag ?


Wie kommen wir darauf?

Ein Gewährsmann berichtet uns Erlebnisse aus dem realen Leben: Er habe gestern zum Tübinger Bahnhof gemusst und sich dabei auch kurz im Presseladen umgeschaut. „Aha, Überraschung, die "Deutsche Stimme", das Organ der NPD wird wieder verkauft, nachdem es das hier vielleicht etwa ein Jahr lang nicht gab.“ Er habe das Teil dann für die 'empirische' Beschäftigung mit der extremen Rechten mitgenommen.

Und, Überraschung, was fand er auf S. 7.?
Der "DS Verlag" der NPD verkauft Medien des Kopp-Verlags, Rottenburg. Ein politisches Qualitätssigel für Kopp von extrem rechts!

„Kopp Verlag e.K. Verlag & Fachbuchversand“, Kurzeinschätzung:

Der Schwerpunkt der politischen Publizistik der Firma Kopp liegt im Bereich des neurechten Populismus (Merkmal z.B.: kulturalistischer statt biologischer Rassismus). Dies gilt vor allem für den >Kopp Verlag< selbst und das >Kopp Online Nachrichtenportal< im Internet. Dieser Rechtspopulismus wird sichtbar, wenn man hinter Däniken-UFO-Kram und Esoterik-Schund weiter gräbt. AutorInnen-Beispiele für diese Rechtstendenz: Udo Ulfkotte und Eva Herman, Georg Friedrich, Guido Grandt, Michael Grandt, Oliver Janich, Thomas Mehner, Michael Vogt, Gerhard Wisnewski und andere. Jürgen Elsässer ist inzwischen auch dabei. Kopp-Spezialität: Präastronautik und Verschwörungstick.

Daneben gibt es die weitergehende extrem rechte, teilweise geschichtsrevisionistische und antisemitische Literatur im >Kopp Fachbuchversand<. In dem von Kopp ausgewählten und beworbenen Buch- und Medien-Portfolio sind viele Verlage mit ultrakonservativem, neurechtem oder neofaschistischen Profil vertreten. (z.B. Ares, Arndt, Bublies, FZ-Verlag (Gerhard Frey, National-Zeitung), J.K.Fischer, Grabert, Hohenrain, Kaden, Polar, Toppenstedt etc.)

Diese Literatur, deren exponierte Exemplare man am ehesten als in der völkisch-nationalsozialistischen und extrem rechten Traditionslinie stehend charakterisieren kann, wird nicht schwerpunktmäßig vom >Kopp Verlag< selbst herausgegeben (es gibt einige Ausnahmen), aber eben vom >Kopp Fachbuchversand< massiv beworben und verkauft.

Die Firma Kopp fördert mit ihrem rechtslastigen Buch- und Medienangebot (Eigenpublikationen und Fremdverlagsprodukte) den neurechten und rechtsradikalen politischen Populismus und trägt zur Erosion der politischen Abgrenzung gegenüber der extremen Rechten bei.

Zu „Kopp kann bauen“, gestern im Tagblatt/Rottenburger Post:

OB Neher und die CDU fördern mit diesem Verkauf die Erosion der politischen Abgrenzung gegenüber der extremen Rechten und ihre politische Konkurrenz von rechts. Passt es ihnen vielleicht in den Kram, wenn diese politische Richtung stärker wird? Traurig ist, dass auch Parteien mitgespielt haben, von denen mensch vielleicht anderes hätte erwarten können. Wenigstens hier.

In Firmen mit politischer Tendenz versammeln sich üblicherweise nach und nach Mitarbeiter mit kompatiblen Auffassungen. Nach dem Bau der Monsterhalle (auch Stapelplatz für reichsdeutsche Ufos will Jochen Kopp etwa 100 Mitarbeiter beschäftigen.

„Schöne Aussichten für Rottenburg!“
Meint unser Gewährsmann.

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30
Jul
11

Nun wird doch alles gut

Messner schätzt asiatische Bettelkultur

Der „Extrembergsteiger“ Reinhold Messner fühl
e sich, wird heute gemeldet, mit Obdachlosen besonders verbunden. „Ich habe großen Respekt vor diesen Menschen, weil ich weiß, wie schwierig das Überleben in Kälte und Hunger ist“, hat der frühere Europaabgeordnete einem Sozialmagazin namens „Straßenkreuzer“ gesagt. Er schätze daher die asiatische Kultur, in der es einen hohen Stellenwert habe, vom Betteln zu überleben.
Die „asiatische Kultur“ wäre dann für die Zukunft als hilfreiche Ergänzung zur „christlich-jüdischen Tradition“ zu betrachten. Die Ausgabe von Reisschalen und Bettelglöckchen für Odachlose, Arbeitslose usw.
ist in die Wege zu leiten.

28
Jul
11

Revolutionäre Nachfolger gesucht

für Thälmann, Thälmann vor allen

Denn Ernst „Teddy“ Thälmann
prangerte an,
deckte auf,
ließ sich nicht täuschen,
war zu jedem Opfer bereit,
gönnte sich kaum Erholung,
trat kampfbereit entgegen,
ließ keinen Raum für opportunistische Ausdeutungen,
betonte wiederholt,
warnte stets,
widmete seine ganze Kraft,
sah zunehmend klarer,
brandmarkte scharf,
zog die Lehren,
deckte auf (ach, das hatten wir schon),
ließ sich nicht beirren,
löste jede als notwendig erkannte Aufgabe,
studierte die Methoden,
setzte sein Leben ein,
schonte nie seine Person,
tauchte plötzlich auf,
erteilte eine Abfuhr,
suchte mit großer Geduld zu gewinnen,
widmete besondere Aufmerksamkeit,
merzte aus,
charakterisierte abschließend,
erfasste die welthistorische Bedeutung,
trug unaufhörlich in die Massen,
bemühte sich energisch,
arbeitete deutlich heraus,
sicherte endgültig den Kurs,
verurteilte als äußerst kurzsichtig,
erfasste die Schlüsselfrage,
ging von der Erkenntnis aus,
verdeutlichte den festen Willen,
verteidigte kompromisslos,
schätzte präzise ein,
reichte die Bruderhand,
ging ausführlich darauf ein,
forderte unaufhörlich auf,
wandte sich direkt,
versäumte nie,
leitete ein,
unterstützte voll und ganz,
übte verantwortungsvoll aus,
hämmerte wuchtig ein….

Da wollen wir es mal nun mit gut sein lassen

(Zitate aus: Thälmann. Eine Biographie. Dietz Verlag, Berlin 1979)

28
Jul
11

Genosse Thälmann sitzt direkt neben dir

Aus dem Anekdotenschatz des Stammtischs Unser Huhn (4)

Der Genosse Alexander Abusch nahm als junger Redakteur der Thüringer Parteizeitung zu Anfang des Jahres 1924 an einer Beratung der Führung der Partei teil, die damals in der Illegalität wirkte.

Er war begierig, den Genossen Ernst Thälmann kennenzulernen, von dessen flammendem Auftreten er schon viel gehört hatte. In dem Zimmer eines Berliner Hinterhauses saß er während dieser Sitzung längere Zeit neben einem Mann, der wiederholt in einer nüchternen und treffenden Weise in die Debatte eingriff und gute Vorschläge machte. Abusch fragte in der Pause einen der anwesenden Genossen: „Ist denn der Genosse Thälmann nicht da?“ Der anwesende Genosse antwortete: „Aber der Genosse Thälmann sitzt doch neben dir!“

26
Jul
11

Dieb, Hahn, Schwanz

Eine kleine Geschichte nebenbei

Ein Dieb
soll zu Gast gewesen sein, der Gastgeber ihn gut bewirtet haben. Der Dieb hat dabei seine Dieberei nicht abstellen können, dem Gastgeber einen reifen Hahn stibitzt, das Viech in seinen Rockschoß gewickelt, um sich alsbald mit demselben vom Hof zu machen.

Der Gastgeber setzte ihm nach, konnte ihn einholen und stellte ihm die Frage, die ihn vorwärtstrieb: die nach dem Hahn natürlich. „Na, hör mal, mein Name ist Hase, ich weiß von nichts“, sagte in empörtem Ton der diebische Gast.

Jedoch, der Schwanz!

Unter dem Rockschoß lugte er hervor, der stolze Schwanz des Hahnes. Dem Gastgeber blieb praktisch nichts übrig, als zu antworten: „DeinerBeteuerung schenke ich durchaus Glauben, jedoch der Schwanz erregt mein Erstaunen.“

Moral: Ei freilich, der Schwanz ist ein erstaunliches
Phänomen. Das weiß der Stammtisch Unser Huhn aus eigener Erfahrung.

 

26
Jul
11

Ein Gedicht? Warum? Ei, warum nicht?

An das Nichts


Erhabne Mutter unsrer Erde,
O Nichts, du Urquell alles Lichts,
Dir tönt mein Lied. Gott sprach: Es werde!
Da ward die ganze Welt aus Nichts.

Versprechungen der Großwesire,
Aprillengunst des Hofgezüchts,
Prälatendemut, Mädchenschwüre,
Baut nimmer drauf! Ihr baut auf – Nichts.

Macht, Herrschaft über Meer und Länder,
Pomp, Herrlichkeit des Bösewichts,
Stern, Ludwigskreuz und Ordensbänder,
Was sind sie einem Weisen? – Nichts.

Ha, was stolzierst denn du auf Ahnen,
O hochgeborner Taugenichts!
Du pflegst des Weidwerks, hegst Fasanen,
Und was verdankt dir Deutschland? – Nichts.

Selbst philosophische Systeme –
Kants Lieblingsjünger, Reinhold, spricht’s –
Von Plato bis auf Jakob Böhme,
Sie waren samt und sonders – Nichts.

Was füllt, wenn eine Schlacht verloren,
Den Auszug manches Hofberichts?
Was das Gehirn der Senatoren
In mancher deutschen Reichsstadt? – Nichts.

O wie so schön zum Ringelkragen
Steht dieser Ernst des Amtsgesichts!
Jetzt schließt die Session. – Der Wagen
Rollt vor. – Was ward beschlossen? – Nichts.

Was ist der Inhalt oft, ihr Musen,
Des hochgepriesensten Gedichts?
Was schwellt des Modefräuleins Busen
Und der Poeten Börse? – Nichts.

Monarchen, Opfer der Chimäre
Des europä’schen Gleichgewichts,
Der Kern zahlloser Kriegsheer
ist hingeopfert, ach! um – Nichts.

Wohlan, dingt neue Legionen!
Einst fragt der Herr des Weltgerichts:
Warum erschlugt ihr Millionen? –
Was könnt ihr ihm erwidern? – Nichts.

Lass blutig rot Kometen flammen!
Verlisch, o Glanz des Sonnenlichts!
Du schöner Weltbau, stürz zusammen!
Auf Trümmern triumphiert das – Nichts. –

Was bin ich selbst? – Ein Kind der Erde,
Der Schatten eines Traumgesichts,
Der halbe Weg von Gott zum Werde,
Ein Engel heut, und morgen – Nichts.

Ich steig auf Felsen, ich erklimme
Gebirg im Strahl des Mondenlichts:
Wo find ich Ruh? – Ach! Eine Stimme
Ruft dumpf: Im Schoß des alten Nichts. –

Johannes Daniel Falk (bereits verstorben)


25
Jul
11

Papa Ratzi und Breivik

Papscht Benedikt der Ächzende - will er aus dem Bösen aussteigen?

Papst Benedikt XVI. hat sich "zutiefst bekümmert" über die Bluttaten in Norwegen geäußert. "Wir beten für die Opfer, die Verletzten und ihre Lieben", sagte der Papst in seiner wöchentlichen Predigt in seiner Sommerresidenz nahe Rom. Der "Pfad des Hasses" und das "Böse" müssten, so wird er zitiert, für immer verlassen werden. Ganz dringend. So ähnlich wie im Bistum Hildesheim.