Archiv für Juli 2012

30
Jul
12

Ist es ein Alptraum?

Oder: Wer hat uns dieses zugeschickt?

August Kekulé von Stradonitz, Entdecker der Vierwertigkeit des Kohlenstoffs, träumte von der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt, und eröffnete so das goldene Zeitalter der Chemie. Wir kennen die fauligen Alpträume erbärmlicher Säufer, in denen die verzerrten Mienen von Wirten auftauchen, die kein Bier mehr geben wollen. Wir kennen bizarre Traumgestalten, die uns mit Blicken bedrängen, im Verein mit Totenschädeln und agierenden Skeletten,bei unerklärlichen Verrichtungen in blutrünstigen, irrealen Szenen, Späher und Lauscher, die sich heranschleichen, riesige Lamaköpfe, ungehobelte Vögel mit Paradiesschwänzen, Kraniche mit blauen Schnäbeln, die dumme Lügen herausschreien, Architekten auf tönernen Füßen, ausgestopfte Chinesen, stumpfsinnige Alleswisser mit schimmeligen Schädeln voll klumpiger Erde, herzlose Vivisekteure, seltsame Insekten, harte Eierschalen mit weichen Tieren darin, klebrige Kotfresser……..


Advertisements
29
Jul
12

Was der Stammtisch Unser Huhn schon so alles gesehen hat

 

Freddie kommt vorbei….

Alles, was man glauben könne, sei, so heißt es, ein Abbild der Wirklichkeit.

Wir haben Gespenster gesehen, wir haben Teufel gesehen,

wir haben Gespenster erblickt bei hellem Tage, Gespenster, die den schwarzen Mantel der Nacht abwarfen und sich im Mittagslicht sehen ließen,

wir haben den Behemoth gesehn und die Kraft seiner Lenden gespürt,

wir kennen euch gut, ihr Strigen, euch garstige Gestalten mit großen Köpfen und starrenden Augen, mit Raubvogelschnäbeln und scharfen Krallen,die ihr des Nachts kommt, um den Kindern das Blut zu entsaugen, das Mark zu verzehren, die Eingeweide zu fressen und dann durch die Luft zu rauschen,

wir kennen euch alle, die ihr euch durch die Jahrtausende schleppt,

wir hinkten mit euch durch die Zeit, ihr ewigen Juden mit riesigen Füßen,

wir wissen bestimmt, daß das Phantom der Oper wirklich existiert hat, denn wir haben Lon Cheney ohne Maske gesehn,

wir haben euch ins Auge geblickt, versteinernde Medusen,

wir hörten Charles Laughton „Wasser, Wasser“ rufen und glauben fest an die Vereinigung eurer Skelette, Esmeralda und Quasimodo,

wir dienten dir sieben Jahre, Adrammelech, Großkanzler der Hölle, der du die Garderobe Satans verwaltest,

wir öffneten mit dir, du hagerer Jean Louis Barrault, das Testament des Doktor Cordelier,

wir sahen euch scheuen Blickes an, verderbte Gorgonen,

wir schlotterten nicht vor dir, du schlammiges Ungeheuer vom Amazonas,

wir waren vorn mit dabei, entsetzliche Zyklopen, als ihr Brocken Menschenfleisches auskotztet,

wir tasteten uns durch dich hindurch, du Nebel des Grauens,

wir fielen nieder mit euch, ihr Meerbischöfe, und beteten an die Ungeheuer auf dem innersten Grund des Meeres,

wir verbrachten reitend, reitend, reitend eine lange Nacht mit euch, ihr lächerlichen Leichen,

wir hingen am Galgen und zeugten dich, du sündige Alraune, als unser Samen auf die Erde fiel,

wir haben dich gesehen, Boris Karloff, als Wickeltoten, wie du dich aus den Laken befreitest und Ardath Bey wurdest,

wir streichelten deinen furchigen Leib, Jenny Haniver, die du ein Rochen warst

wir haben dich, Cesare, im Schlafe wandelnd, morden sehen,

wir zählten die Knochen der von euch Verzehrten, ihr Sirenen, und tranken mit euch Nektar aus den Schädeln der Erschlagenen,

wir haben dich gesehen, tönerner Paul Wegener, wie dich Rabbi Löw zum Leben erweckte,

wir spürten euren schauerlich Atem, ihr gekrönten Basilisken,

wir sahen dich, Christopher Lee, salzigen Rotwein aus kristallenem Pokale schlürfen,

wir fanden euch in fernen Winkeln, ihr einäugigen Arimaspen, und lauschte euren idiotischen Gesängen,

wir haben Max Schreck gesehn als Nosferatu,

wir riefen dich bei deinem Namen, du gräßliche Ziege Schab Niggurath,

wir waren zu Gast auf dem Friedhof der Kuscheltiere……

Wir sind ein wandelnd Totengeripp und tragen von unseren eigenen Kleidern ein Skeleton unter den Kleidern, das uns heimlich daran erinnert, wer an der nächsten Ecke auf uns wartet…..

 

27
Jul
12

Kill Kirill in the last moment

oder besser: Hau ab, Kauflaune!

Wie die Südwestpresse heute durch ihren Amerika-Korrespondenten meldet, bilden sich in manchen Bundesstaaten lange Schlangen vor Waffengeschäften.
Die Einwohner wollen sich mit großkalibrigen Schnellfeuerwaffen, Granatwerfern und dergl. versorgen, um Massaker wie jenes in Aurora künftig ausschließen zu können. Wenn jede Person im Kino eine Waffe gehabt hätte, wäre dasselbe ja gar nicht erst vorgekommen. Weil man alle verdächtigen Personen VORHER bequem hätte beseitigen können.

Doch es gibt auch ein gewisses Quantum an Hoffnung in der Welt. Eine Aktivistin der ukrainischen Frauengruppe „Femen“ habe, lesen wir da, auf dem Rollfeld des Flughafens in Kiew gegen den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill protestiert. „Oben ohne“, wohlgemerkt. Eine Frau von 22 Jahren. Mit dem Schrei „Hau ab!“ stürzte sie dem verstunkenen Vollbartmichel entgegen. Doch „im letzten Moment“ hielten „Sicherheitsbeamte“ sie auf. Auf dem Rücken soll sie die Aufschrift „Kill Kirill“ geschrieben gehabt haben. Wie die Zeitung meint, richtete sich die Aktion gegen den „wachsenden Einfluß der russisch orthodoxen Kirche“.

Aber schade: der beabsichtigte Effekt blieb aus.
Wir meinen: Wenn das Weihrauchmännchen vom Busen-Schrecken verstorben wäre, ach, das wär doch nicht weiter schlimm gewesen.

Schlimm bleibt aber, dass das widerwärtige Wort „Kauflaune“ sich noch halten wird. „Kauflaune der Verbraucher bleibt gut“. Sagt die Wirtschaftsseite. „Die Krise in Griechenland, die Probleme in Spanien und Italien – all das lässt die Verbraucher in Deutschland kalt. Die Kauflaune ist weiter gut.“
Juppheidi.

26
Jul
12

Blick in die Geschichte

Napoleon hatte vom 29. April bis 5. Mai 1821 eiskalte Füße. Dann starb er. Solaranlagen, wie sie heute über unsere Dächer verfügen, kannte der Korse und Kaiser nicht.

25
Jul
12

Aus besonderem Anlass

Füchsisches

Jetzt, wo sie so nahekommen und die Schuhe nehmen, reden alle von den Füchsen. Es scheint fast, dass „frühere Zeiten“ wiederkommen könnten. Davon berichtet K.F.W. Wander in seinem Großen Sprichwörterlexikon: „ Das Fuchsprellen war in frühern Zeiten ebenso wie die »noble Passion« der Jagd ein Vergnügen an Hofhaltungen, besonders zu Ende des 17. und zu Anfang des 18. Jahrhunderts. Es bestand darin, dass man mittels Prellnetzen Füchse so lange in die Luft schleuderte, bis sie verendeten. Herren und Damen „engagirten“ sich zu diesem „nobeln Vergnügen“, wie man sich zum Tanz engagirt. Auf der Stechbahn im Schlosse zu Dresden wurden am 1. März 1751 allein 687 Füchse von Geschöpfen, die sich Menschen nannten, geprellt. (Vgl. Flemmings
Jägerpraktika und Franz Kobell, Jagdhistorisches über Raubwild, in den Wissenschaftlichen Vorträgen, gehalten im Winter 1858, S. 185.)“

Mögen die Geschöpfe, die sich Menschen nennen, bei uns nie wieder Gelegenheit erhalten….

Am Stammtisch Unser Huhn hingegen genießt der Fuchs beinahe uneingeschränkte Verehrung und Achtung.
An unseren Laugenfuchs ergeht heute sogar ein sehr besonderer Gruß.

Samt einem kleinen Gesang, der uns einfiel, als sein 60. Geburtstag eingefallen war

Hajo in der Grube

Hajo in der Grube
sitzt und schläft, sitzt und schläft
Armer Hajo, bist du krank,
dass du nicht mehr hüpfen kannst
Hajo hüpf
Hajo hüpf

Hajo in der Grube
nickt und weint, nickt und weint.
Stammtisch kommt geschwind herbei
und verschafft ihm Arzenei.
Hajo schluck!
Hajo schluck!

Hajo in der Grube
hüpft und springt
hüpft und springt
Hajo, bist du schon kuriert
wie er rennt und schnabuliert
Hajo schnapp
Hajo schnapp

24
Jul
12

Was sagt der Dichter über die Nacht?

Zum Beispiel Rilke

Er rilkte so: “Die Nacht ist wie ein grosses Haus. Und mit der Angst der wunden Hände reissen sie Türen in die Wände – dann kommen Gänge ohne Ende, und nirgends ist ein Tor hinaus.”

Naja, ganz stimmt das auch nicht. Der Stammtisch Unser Huhn saß heute abend sogar direkt im Freien, hatte Besuch aus Schweden und dachte über Ausscheidungen und Verabschiedungen nach.

Dabei fielen etwa die Sätze:
“Wenn man aufs Klo gehst, muss gespült werden. Sonst wird es nix.”
und
“Speeches are senseless.”

Rilke hat ja bekanntlich neben dem “Panther” auch gesagt:
“Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr! “
Das gilt aber nur für den November.
Und man könnte dann auch sagen:

November
Wer jetzt kein Hemd hat, näht sich keines mehr.
Wer jetzt kein Hur hat, der kriegt keine her.
Wer jetzt kein Hut hat, der kriegt Ohrenweh.
Wer jetzt kein Haut hat, wo soll der sich kratzen?
Wer jetzt kein Hau hat, kann noch einen kriegen.
Wer jetzt kein hoch kriegt, der fickt nimmermehr.
Wer jetzt kein Hos’ hat, geht wohl besser nit vors Haus.
Wer jetzt kein Hals hat, schreit sein Wut nicht raus
usw.usw.
Gute Nacht…

23
Jul
12

Bitte bloß keine Antwort!!!!

Was macht eigentlich Birgit Homburger (FDP)?