Archiv für August 2012

31
Aug
12

Wegsehn hilft wohl nicht – Richard David Precht sieht ab Sonntag aus dem Zweiten

Der Bestseller-Philosoph hat den scheelen Sloterdijk ausgestochen

Richard der Prechtische hat heut in einem Interview
in der SWP, Seite Blick in die Welt, verlautbart: „Philosophie erweitert den Horizont.“ Ja, doch, so hat er gesagt: „Philosophie erweitert den Horizont.“ Vielen jedenfalls. Menschen. Aber das viele Grübeln, sagt er, kann glücklichen Menschen auch dazu verhelfen, unglücklicher zu werden. Oder so.

Sagt nicht auch Udo Lindenberg sogar: „Hinterm Horizont geht’s weiter…“?

Der Stammtisch Unser Huhn erinnert dennoch an die Karl Kraussche Frage-Formulierung: „Fürs Leben wüsst ich gern: Was fangen die vielen Leute nur mit dem erweiterten Horizont an?“

Wir können nicht wegsehen, aber einschalten müssen wir nicht. Da sitzen zwei Wichtigmacher mit ihren fleischigen Posteriora auf den Studio-Stühlchen und gehen in das, was sie für Tiefe halten. Der Hintern-Horizont geht uns am Arsch vorbei.

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30
Aug
12

Fuchsschwanz macht Ricke, racke

Die Lichtenhagener Friedenseiche ist abgesägt – wenn das der Führer wüsste

Nach 1945 schrieb Alfred Polgar: „…die zufällig nicht umgebracht wurden, müssen ihren Frieden machen mit denen, die zufällig nicht mehr dazu gekommen sind, sie umzubringen.“

Heute müssen sie eine gaucklige Friedenseiche mitmachen…

Aber, wie schrieb der deutsche Dichter Pfeffel in einem Gedicht: „Herr Fuchs strich seinen Schwanz mit Lust.“


29
Aug
12

Gauckolores-Kommentare (Nr.27)

Möge der antifaschistische Fuchsschwanz immer zur Stelle sein, wenn deutsche Führungsfiguren Eichen in die Landschaft setzen

Rostocker Eichenlaub stinkt,
nach Deutschtum und verranzt.
Gaucksches Eigenlob stinkt,
das von Freiheit alfanzt.

29
Aug
12

Für den antifaschistischen Fuchsschwanz

Weg mit allen Eichen, insofern sie deutschen Stammes sind!

In einem Buch von Werner von Bülow, „Märchendeutungen durch Runen“, 1925 im „Hakenkreuz Verlag“ erschienen, haben wir diesen Aufruf an das Deutschtum gefunden: „Wir müssen wieder, wenn wir genesen wollen, statt des papiernen Paragraphenschwindelrechts, dessen Hochflut seit der Revolution (von 1918) fast noch schlimmer geworden ist, zu einem göttlichen Recht kommen, das aus der Tiefe der deutschen Seele in lebendigem Rechtsgefühl geboren und in dem festen Grunde des deutschen Sippengedankens verankert ist. Dieses Recht wurde unter freiem Himmel im Schatten der heiligen Baumeichen gesprochen, von denen der Feldmarschall Hindenburg seinen eigentlichen Namen Beneckendorff trägt.“ Schnederädäng!
Und ab dafür!

29
Aug
12

Für den Antifaschistischen Fuchsschwanz

Ist von Brecht

Zu Potsdam unter den Eichen

Zu Potsdam unter den Eichen
Im hellen Mittag ein Zug
Vorn eine Trommel und hinten eine Fahn
in der Mitte einen Sarg man trug.

Zu Potsdam unter den Eichen
In dem hundertjährigen Staub
Da trugen sechse einen Sarg
Mit Helm und Eichenlaub.

Und auf dem Sarg mit Mennigerot
Stand geschrieben ein Reim
Die Buchstaben sahen hässlich aus:
“Jedem Krieger sein Heim!“

Das war zum Angedenken
An manchen toten Mann
Geboren in der Heimat
Gestorben am Chemin des Dames.

Gekrochen einst mit Herz und Hand
Dem Vaterland auf den Leim
belohnt mit dem Sarge vom Vaterland:
Jedem Krieger sein Heim!

So zogen sie durch Potsdam
Für den Mann am Chemin des Dames
Da kam die grüne Polizei
Und haute sie zusamm.

28
Aug
12

Ein Besuch bei Goethe/am heutigen Geburtstag

Wie macht man das genau?

Der
Umgang mit einem solchenMegatherium der Menschheit(E.Friedell) ist eine heikle Sache. Wer dem Geheimen Rat durch irgendeinen glückhaften Umstand persönlich zu begegnen die Gelegenheit hat, sollte sich deshalb der Beachtung einiger Grundregeln dringlich und treulich befleißigen.

1)Goethe darf nur unbewaffneten Auges gegenüber getreten werden. Brillen, Kneifer, Lorgnetten, Mikroskope und Fernröhre sind dem Kammerdiener auszuhändigen, bis der Besuch beendet ist. Brillen konnte dergrößte Deutsche(F. Engels) auf den Tod nicht leiden.

2)Gespräche über Hunde oder gar dasMitführen derselben sind nicht ratsam. Unsernobilitierter Teppichhändler(A. Schmidt) erklärte die Bellozisten für unerträglichesWeltgesindel.

3)Man sollte weder im Leichenwagen vorfahren noch als Leiche an die Türe klopfen. Alles, was nach Tod aussieht, riecht oder schmeckt, kann im Umkreis des  „Jupiter stator(Graf von Deinhardtsein) nicht geduldet werden.

4)Wer wie Sir Isaac Newton aussieht oder gar seine Ideen und Theorien vertritt, darf ihm nicht zu nahe kommen, sonst kann es sein, daßder Alte(W. von Humboldt) ihm die langen Eselsohren auf dem Tische festnagelt. Aus Gründen der Farbenlehre.

5) In der Konversation ist das Wort  „Basaltsofern wie möglich halten.Der Riesenarsch(Jakob Haringer)haßte als entschiedener Neptun ist diesenverfluchten Mohrenkopf aus der unterirdischen Polterkammeraus tiefstem Herzen. Trat sogar drauf: „Da streckt schon wieder der verfluchte Mohrenkopf sein Haupt hervor!“

6) Die Frage:Wie gehts denn dem alten Pustkuchen so?vermeide man während der Unterredung mit demOlympier(W.Bode) tunlichst. Friedrich Wilhelm Pustkuchen erregt als juckendeWalfischlaushöchsten Unmut.Ein Gleiches(Goethe) gilt für die Herren Karl August Böttiger und Zacharias Werner. Wer sie bisher nicht kennt, sollte die Namen dieser Spottgeburten sogleich wieder vergessen.

7) Für Schauspieler gilt: Die neumodische Sitte, beim Auftritt vor demAllergrößtendie Hand in den Busen zu stecken, ist gänzlich zu unterlassen. Die Weiber hingegen sollten ihre kleinen Beutel beiseitelegen. Das hatder Gott(Jean Paul) selbst vor Jahren so festgelegt.

8) Begegnet man im Haus am Frauenplan seiner Frau Christiane, wolle man sie unter keinen UmständenDu fette Blutwurst!titulieren. Sonst riskiert man, wie einst Bettine von Arnim umgehend von der Schwelle verwiesen zu werden.

9) Kegelbahnbesitzer und Strumpfwirker seien gewarnt: Goethe wird wegen der beständigen Lärmerschütterungen ihren Aufenthalt in seiner Umgebung nicht gestatten. Auch das Jodeln ist in seiner Nähe einzustellen. Sonst teiltder Apapa(Wolf, Walter u. Alma v. Goethe) den lärmendenDusselköpfenKnüppelsuppe nicht unter drei Tellern aus.

10)Die Exzellenz(Johanna Schopenhauer) ist mitExzellenzanzureden. Wer Napoleon I. heißt, darf  „Vous êtes un homme!zu ihm sagen. Man lasse sich auf kein Trinkgelage ein;er kann saufen wie eine Bestie!(Großherzog CarlAugust) WeitereAuskünfte für den Umgang mitdem Gewaltigen(Franz Grillparzer) erteilen kostenlos Johann Peter Eckermann, Kanzler von Müller, Leibarzt Doktor Vogel sowie Diener Stadelmann. Und, gegen eine geringe Gebühr, der Stammtisch Unser Huhn.

27
Aug
12

Verschiedenes noch

Zum Ausklang für heute

Brecht hat einmal gesagt: „Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen.“ Heute überlegt man es sich gar nicht, sondern beginnt einfach zu reden.

Der im Absterben befindliche Alexander d.Gr. soll gefragt worden sein, ab wann man ihn als Gott verehren solle. Zur Antwort gab er, so wird erzählt: „Wenn alle glücklich sind!“ Deshalb wird Alexander d.Gr. bis heute nicht als Gott verehrt. Wenn alle glücklich sein werden, könnte es sein, dass man den Stammtisch Unser Huhn als Gott verehren
will. Das ist zwar lieb gemeint, aber wirklich nicht nötig.

Richard Wagner nannte Heinrich Heine „einen unerbittlichen Dämon des Verneinens.“ Uns ist ein Vernein-Jude in jedem Fall lieber als ein deutschstämmiger Vereinsmeier. Falls wir das noch nicht gesagt haben sollten.

Revolutionspoet Wladimir Majakowski hat gedichtet:
Was schert mich Herr Faust
mit Raketenbegleitung,
Mephisto im Feenreich,
Walpurgisflöte!
Mir dünkt
der Nagel in meiner Fußbekleidung
schauriger als alles Blendwerk bei Goethe.


Klar, so ein Nagel in der Fußbkleidung – das kann viel Aua machen, bis hin zum Hämmertom. Aber hat der Dichter es mal mit einer Zange versucht?